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Zwischen Drohnen und Brandanschlägen: Sicherheitsbehörden registrieren wachsende Risiken im Bereich der kritischen Infrastrukturen in Deutschland

Ein vertraulicher Lagebericht des Bundeskriminalamt (BKA) offenbart das Ausmaß mutmaßlicher Sabotageakte in Deutschland. Innerhalb weniger Tage im Januar wurden Angriffe auf Energieanlagen, Bahn-Infrastruktur, Telekommunikation und sicherheitsrelevante Systeme registriert. Parallel dazu nehmen sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über kritischen Einrichtungen deutlich zu. Täter und Motive bleiben in vielen Fällen unklar.

321 Sabotage-Verdachtsfälle im Jahr 2024

Im vergangenen Jahr erfasste das BKA bundesweit 321 Sabotage-Verdachtsfälle, mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Allein im dritten Quartal wurden 94 Fälle registriert. Besonders betroffen waren Einrichtungen von Bundeswehr und Polizei sowie Bahn- und Energieinfrastruktur. Für Januar liegen bislang zehn dokumentierte Fälle vor, erneut mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen.

Zusätzlich zählten die Behörden 2024 insgesamt 2310 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge. Seit Jahresbeginn wurden bereits 28 entsprechende Vorfälle registriert.

Eine Auswertung der Vorfälle zwischen dem 7. und 12. Januar verdeutlicht die Bandbreite:

  • Wuppertal (NRW): Unbekannte drangen in ein Umspannwerk ein und hinterließen Werkzeug. Schäden wurden nicht festgestellt, eine sabotagebezogene Vorbereitungshandlung wird geprüft.
  • Berg (Bayern): Eine Windenergieanlage wurde angegangen, Zaun und Tür beschädigt. Ein politisches Motiv ist bislang nicht belegt.
  • Oberhausen (NRW): Aus einem Gebäude von DB Cargo wurden Rangierfunkgeräte entwendet. Mit individuellen Codes wäre ein Mithören im Güterverkehr möglich gewesen.
  • Braunsbedra (Sachsen-Anhalt): Ein Transformatorhaus wurde gezielt in Brand gesetzt. 35 Haushalte und ein Heizkraftwerk waren zeitweise ohne Strom.
  • Halle (Sachsen-Anhalt): Über einen unbefugten externen Zugriff auf das Sirenensteuerungssystem wurden sämtliche Katastrophenschutzsirenen ausgelöst und eine manipulierte Audiodatei eingespielt. Ermittlungen wegen möglicher Computersabotage laufen.
  • Fehmarn (Schleswig-Holstein): Mehrere Drohnen wurden über der Ostsee gesichtet. Zeitgleich passierte der unter Sanktionen stehende Öltanker „KRITI VIGOR“ den Fehmarnbelt. Ein Zusammenhang ist nicht belegt.
  • Essen (NRW): Manipulationen an einem Bahnübergang führten zur teilweisen Entgleisung eines Güterzugs mit Gefahrgut. Verletzt wurde niemand. Die Strecke wird auch für Militärtransporte genutzt.
  • Viersen (NRW): Eine Explosion beschädigte einen neu errichteten Telekom-Funkmast. Ermittler gehen von gezielter Sabotage aus.
  • Flughafen Hannover-Langenhagen (Niedersachsen): Über mehrere Tage hinweg wurden Drohnen im Bereich der luftbeschränkten Zone gemeldet. Zwei Geräte konnten als Modelle des Herstellers DJI identifiziert werden.

Unklare Motive, unterschiedliche Szenarien

Nur selten gibt es Bekennerschreiben, wie etwa bei einem Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung Anfang des Jahres. In vielen Fällen bleibt offen, ob fremde Staaten Verwundbarkeiten testen, extremistische Gruppen handeln oder Einzeltäter aus lokalem Protest agieren.

Die Sicherheitsbehörden dokumentieren eine anhaltend hohe Gefährdungslage für kritische Infrastrukturen – von Energie über Verkehr bis hin zu Telekommunikation und Katastrophenschutzsystemen.

Persönliche Einschätzung zur aktuellen Lage – Hendrik Niemann, proSicherheit

Wenn man sich die Vorfälle im Januar nüchtern anschaut, wird deutlich: Das sind keine isolierten Randereignisse, sondern ernstzunehmende Signale. Innerhalb weniger Tage wurden Energieanlagen beschädigt, Verkehrsinfrastruktur gestört und Kommunikationsstrukturen angegriffen – parallel dazu zahlreiche Drohnenüberflüge über sensible Bereiche. Das zeigt, wie verletzlich zentrale Versorgungsstrukturen sein können.

Das überarbeitete KRITIS-Dachgesetz geht aus meiner Sicht genau in die richtige Richtung. Es schafft klarere Anforderungen an Risikoanalysen, Schutzmaßnahmen und Meldeprozesse. Entscheidend ist jedoch, dass diese Vorgaben nicht nur formal erfüllt, sondern praktisch gelebt werden. Resilienz entsteht nicht durch Papierkonzepte, sondern durch realistische Gefährdungsbewertungen, klare Zuständigkeiten und einsatzbereite Strukturen.

Als Geschäftsführer von proSicherheit sehe ich in der Praxis, dass viele Betreiber ihre Verantwortung sehr ernst nehmen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Lage: Sicherheitskonzepte müssen regelmäßig hinterfragt und weiterentwickelt werden. Bedrohungen verändern sich – Schutzmaßnahmen müssen es auch.

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